HSG Butzbach will so früh als möglich Klassenerhalt sicherstellen

(ba)  Mit einem Auswärtsspiel beim Nachbarn HSG Wettertal II startet die im Sommer neu gegründete HSG Butzbach, die sich aus den Stammvereinen TV Kirch-Göns, TSV Butzbach, TV Pohl-Göns und HSV Butzbach-Degerfeld rekrutiert, in die neue Saison der Handball-Bezirksliga A Gießen der Männer. Die HSG Kirch/Pohl-Göns/Butzbach profierte insbesondere von dem im letzten Jahr  kaum für möglich gehaltenen Zusammenschluss. Die 1. Männermannschaft kämpfte nämlich nur noch in der Bezirksliga C Süd um Punkte. Dort belegte die junge Mannschaft des Trainers Carsten Dannwolf den zweiten Platz, der zum Aufstieg in die B-Liga berechtigte. Durch die Fusion mit dem HSV darf die neue HSG Butzbach jedoch in der Bezirksliga A antreten. Diesen Startplatz hat der HSV in die neue Spielgemeinschaft mitgebracht. Dort erreichte das Team um den Vorsitzenden Nils Wittig mit 17:21 Punkten ohne große Mühe den Klassenverbleib. Aus der letztjährigen Mannschaft sind wichtige Spieler ausgeschieden. So beendeten Michael Schaubach und Steven Hesse ihre Laufbahn und Tobias Röhrig wird wohl künftig zum Kader der zweiten Garnitur gehören. Besonders schwerwiegend ist der Abgang des Leistungsträgers Benjamin Storck. „Er war für uns ein ganz wichtiger Spieler, der die Deckung zusammengehalten und organisiert hat. Mit seiner herausragenden Fitness und Athletik hat er seine Teamkameraden mitgerissen. Auch im Angriff gehörte Benjamin zu jenen Spielern, die mit ihren Treffern ein Match aus dem Feuer reißen konnten“, lobte Nils Wittig seinen Kumpel Storck, der aus beruflichen Gründen nach Nidda verzogen ist. „Wir haben alles versucht, um ihn in der HSG zu halten. Für seine Entscheidung, nicht mehrmals die Woche nach Butzbach zum Training und zum Spiel zu pendeln, haben wir natürlich vollstes Verständnis“! Der langjährige Torwart Jonas Fritz wird aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen. Es ist jedoch denkbar, dass er in der 2. oder 3. Mannschaft zwischen den Pfosten stehen wird. Nach der wegen der Corona-Pandemie frühzeitig abgebrochenen Saison gab es auch bei der HSG K/P/G/Butzbach Veränderungen. Mit dem Torwarttalent Philipp Gornert meldete sich ein wichtiger Leistungsträger in Richtung HSG Lollar/Ruttershausen (Landesliga Mitte) ab, wohin auch der Jugendliche Florian Wießner gewechselt ist. Leon Drubig ließ ebenfalls Wechselwünsche verlauten, erklärte nach einigen Gesprächen mit dem Trainerstab, am „Oberen Hüttenberg“ bleiben zu wollen. Erst vor vier Wochen änderte Drubig leider seine Meinung und schloss sich ebenfalls Lollar/Ruttershausen an. „Das ist natürlich ein herber Verlust für uns, weil Leon viel Talent besitzt und uns in der A-Liga sicher hätte weiterhelfen können“, äußerte sich der neue Trainer Stefan Euler. Er kommt auch aus der Kirch/Pohl-Gönser Talentschmiede und hat  zu Jugendzeiten gemeinsam mit dem noch bekannteren Kirch-Gönser Andy Lex den Titel bei der Deutschen B-Jugendmeisterschaft mit der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen geholt. Einige Jahre danach gehörte Euler zu den Leistungsträgern im Oberliga-Team der HSG Kleenheim. Nick Diehl, der überragende Angreifer der letzten Saison, Paul Schindler, Daniel Dumschat und Florian Pabst bleiben der neuen HSG erhalten. Leider ist Daniel Dumschat noch nicht wieder ganz fit und Paul Schindler wird wohl wegen eines Meniskusabrisses einige Zeit auf der Ausfallliste stehen. Die talentierten Brüder Tore und Till Scheinig, die als  gute Torhüter ins Rampenlicht rückten, wollen auf eigenen Wunsch in der 2. Garnitur spielen. Auch der zunächst für die „Erste“ vorgesehene Torwart-Routinier Dennis Hildebrand steht nicht mehr im Kader. Chris Messerschmidt und Florian Steuernagel werden das HSG-Tor hüten. Trainer Stefan Euler und Co-Trainer Carsten Dannwolf sind froh darüber, einen Spielerkader aus erfahrenen und jungen hungrigen Spielern zu haben. „Bisher haben alle Akteure gut mitgezogen, obwohl es nicht einfach ist, Handballer aus zwei unterschiedlichen Mannschaften unter einen Hut zu bringen“, verriet Stefan Euler, der nach einigen Trainingseinheiten nach der Gründung der HSG noch viel Luft nach oben ausgemacht hat. Die Mannschaft sei noch in der Entwicklungsphase, wachse aber allmählich zusammen. Im Mittwochstraining, das meist von Carsten Dannwolf geleitet wird, liegt der Schwerpunkt auf der Deckungsarbeit. Dannwolf weiß, dass in der Abwehr die meisten Spiele gewonnen werden und daher hart gearbeitet werden muss. Jeder Spieler müsse das letzte aus sich herauskitzeln, bissig und dazu sehr aufmerksam sein. Das 6:0-System hat die Mannschaft schon verinnerlicht. Auf dem Übungsplan steht aber auch die offensivere 5:1-Deckung, die beim HSV (mehr defensiv) und der damaligen HSG (sehr offensiv) unterschiedlich interpretiert wurde. „Da gibt es noch reichlich Übungsbedarf. Wir brauchen die beiden Varianten, um die Gegner besser in den Griff zu bekommen“, meint Stefan Euler, der überwiegend freitags das Training leitet. Er hat klare Ziele gesteckt. „Wir wollen so schnell wie möglich  so viele Punkte holen, damit wir nicht in den Abstiegsstrudel geraten. Das ist meine kurzfristige Zielsetzung. Mittelfristig müssen wir auch mit dem Blick auf unsere gute Nachwuchsarbeit nach zwei, drei Jahren an die Tür zur Bezirks-Oberliga zu klopfen. Ich bin dem Ruf meines Heimatvereins nicht gefolgt, um jedes Jahr die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu sammeln“ ! Die Spieler haben die klare Botschaft gehört und hängen sich im Training ordentlich rein. Durch Corona und einige Verletzungen konnte der Spielerkader jedoch nie komplett trainieren. Nils Wittig, der dritte Mann im Trainerstab, zeichnet für die Fitness der Spieler verantwortlich. Kraft-und Ausdauer-Training stand zunächst im Mittelpunkt. „Wir sind anfangs in freier Natur viel gelaufen und haben die Belastung stetig gesteigert. Beim Circle-Training und bei der Arbeit mit Gewichten wurden die Muskeln gestärkt“, ließ Wittig wissen, der im Team den Posten auf der Rückraummitte als Ballverteiler übernehmen wird. Er glaubt, dass die meisten Spieler konditionell auf einem guten Stand sind. „Obwohl einige Akteure noch Nachholbedarf haben, müssten wir in puncto Kraft und Ausdauer mit der Konkurrenz mithalten können“, ist sich Wittig sicher. Spielerisch müsse die Mannschaft noch zulegen und im Training hart arbeiten, um eine homogene Einheit zu werden. Stefan Euler und Carsten Dannwolf konnten bei Testspielen wertvolle Hinweise über den Zustand ihrer Mannschaft erhalten. Meist wurde gegen höher klassige Mannschaften wie gegen die HSG Kleenheim und die HSG Wettertal getestet. „Wir haben Niederlagen kassiert, die für uns lehrreich waren. Daher sind die Resultate auch nur von sekundärer Bedeutung. Gegen den TV Asslar, der in der Bezirksliga B spielt, gab es ein Erfolgserlebnis“, verriet Euler, der beobachtet hat, dass seine Handball-Philosophie allmählich umgesetzt werden und sich die Spielzüge immer mehr automatisieren. Eine wichtige Aufgabe kommt auf Andy Schuster zu, der bei der HSG K/P/Butzbach ausgebildet wurde, aber vor zwei Jahren zum HSV wechselte. Schuster hat sich in der Bezirksliga A bestens bewährt. Er kann ein Spiel lesen, hat eine gutes Auge für seine Mitspieler, ist flink und antrittsschnell und kaum auszurechnen. 107 Treffer gingen in der letzten Saison auf sein Konto. Von seinen klugen Anspielen profitierte auch Rafael Heß. Der dynamische Kreisläufer traf 102-mal ins Schwarze. Oliver Koch und Kevin Hinkel werden ebenfalls am Kreis eingesetzt und haben dort überdurchschnittliche Qualitäten. Große Stücke halten Euler, Dannwolf und Wittig auf Nick Diehl. Der junge Mann trainiert eifrig und nimmt eine gute Aufwärtsentwicklung. Daniel Dumschat wird dem Team mit Sicherheit helfen können, wenn er gesundheitlich auf der Höhe ist. Wie man hört, hat auch Tim Klarner einen Sprung nach vorn gemacht. Seine Würfe aus dem Rückraum sollen zusätzlich für Gefahr sorgen. „Wir müssen insgesamt variabler werden, weil es durchaus sein kann, dass Spieler aus beruflichen Gründen ausfallen werden. Den Ausfall eines Leistungsträgers müssen wir kompensieren können“, meinte Stefan Euler, der von seinen Schützlingen die richtige Einstellung fordert. „Die Spieler sind gefragt mit zu denken und wenn möglich frühzeitig berufliche Termine, die natürlich immer Vorrang haben, eventuell zu tauschen oder zu verlegen“! Euler, sein Trainerstab und die Mannschaft wollen alles daransetzen, einen guten Start hinzulegen. Das Derby bei der HSG Wettertal II wird jedoch eine schwere Aufgabe sein, auch wenn der HSV dort in der letzten Saison knapp gewinnen konnte. Wettertal verfügt über Klasse-Spieler mit reichlich Bezirks-Oberligaerfahrung. Mario Bell (94 Treffer) und Florian Großmann (82 Treffer) sind gute Beispiele dafür. „Beim unserem Nachbarn ist es wie beim Glaskugelschauen. Man weiß nicht genau, was man sieht oder anders ausgedrückt, wer vielleicht aus der 1. Mannschaft ins Aufgebot rückt“, prophezeit Stefan Euler. 

Das Aufgebot der HSG Butzbach

Tor: Chris Messerschmidt und Florian Steuernagel

Rückraum: Andreas Schuster, Nils Wittig, Oliver Göckel, Thomas Schlitt, Nick Diehl, Daniel Dumschat, Florian Pabst und Tim Klarner.

Außen: Philipp Witzenberger, Jannik Droß, Kevin Hinkel, Paul Schindler und Felix Bödeker.

Kreis: Oliver Koch, Rafael Heß, evt. Kevin Hinkel. 

Trainer: Stefan Euler und Carsten Dannwolf.       

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